Quantencomputer und VPN-Sicherheit werden in den nächsten Jahren für Unternehmen wichtiger. Aktuell besteht kein Grund zur Panik. Trotzdem sollten IT-Verantwortliche ihre Verschlüsselung, Firewalls und VPN-Verbindungen rechtzeitig prüfen.

Warum Quantencomputer für Verschlüsselung relevant sind

Betroffen ist vor allem asymmetrische Kryptografie. Diese Verfahren kommen zum Beispiel bei VPN-Verbindungen, TLS-Zertifikaten, digitalen Signaturen und beim sicheren Schlüsselaustausch zum Einsatz.

Für Unternehmen bedeutet das nicht, dass bestehende VPNs plötzlich unsicher sind. Es bedeutet aber, dass Verschlüsselung langfristig geplant und regelmäßig modernisiert werden sollte.

Ein wichtiger Begriff ist „Harvest now, decrypt later“. Dabei schneiden Angreifer verschlüsselte Daten heute mit und könnten sie später entschlüsseln, wenn die technische Entwicklung weit genug ist. Besonders relevant ist das für Informationen, die auch in vielen Jahren noch vertraulich bleiben müssen – etwa Kundendaten, Gesundheitsdaten, Forschungsdaten, Finanzinformationen oder interne Geschäftsgeheimnisse.

Was Post-Quantum Cryptography bedeutet

Post-Quantum Cryptography, kurz PQC, bezeichnet neue kryptografische Verfahren, die auch gegen Angriffe mit zukünftigen Quantencomputern widerstandsfähig sein sollen. Diese Verfahren laufen auf normalen Computern und Netzwerkgeräten. Unternehmen benötigen dafür also keinen eigenen Quantencomputer.

Auch Firewall- und VPN-Hersteller bereiten ihre Systeme bereits darauf vor. Fortinet dokumentiert beispielsweise Post-Quantum Cryptography für den IPsec-Key-Exchange in FortiOS. Dabei wird klassischer Schlüsselaustausch mit quantenresistenten Verfahren kombiniert. Solche hybriden Ansätze ersetzen bestehende Sicherheit nicht, sondern erweitern sie.

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Für die meisten Unternehmen ist Quantenresilienz kein Notfallprojekt. Es ist aber ein sinnvoller Punkt für die IT-Roadmap.

Der erste Schritt ist ein Überblick über die bestehende Infrastruktur:

  • Welche VPN-Verbindungen gibt es?
  • Welche Daten laufen über diese Verbindungen?
  • Welche Systeme verwenden ältere Verschlüsselungsverfahren?
  • Welche Firewalls, Zertifikate und Gegenstellen müssen in den nächsten Jahren ohnehin erneuert werden?

Besonders bei Standortvernetzungen, IPsec-VPNs, sensiblen Datenflüssen und langfristig vertraulichen Informationen sollte die eingesetzte Infrastruktur geprüft werden. Firmware-Updates und VPN-Konfigurationen sollten dabei geplant, getestet und dokumentiert werden – nicht überhastet im Produktivbetrieb.

Fazit

Quantencomputer sind kein Grund zur Panik. Sie sind aber ein guter Grund für vorausschauende IT-Planung.

Unternehmen sollten ihre VPN- und Verschlüsselungslandschaft kennen, veraltete Verfahren vermeiden und bei zukünftigen Firewall- und VPN-Projekten auf Post-Quantum-Readiness achten. Wer heute sauber dokumentiert, regelmäßig aktualisiert und neue Standards rechtzeitig testet, reduziert spätere Umstellungsrisiken deutlich.

ThorCon unterstützt Unternehmen bei der Analyse bestehender VPN- und Firewall-Infrastrukturen, prüft eingesetzte Verschlüsselungsverfahren und begleitet die sichere Modernisierung – praxisnah, herstellerbewusst und ohne unnötige Panikmache.

Weiterführende Informationen zu Post-Quantum Cryptography finden Unternehmen unter anderem beim NIST, beim britischen NCSC sowie in der Fortinet-Dokumentation zu FortiOS und IPsec.

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